Frühjahrstreffen der rheinisch-westfälischen Gothen in Schloss Morsbroich

Vielleicht war er ja ein wenig enttäuscht, unser dynamischer Vorsitzender der rheinisch-westfälischen Gothen, Bbr. Markus Knemeyer v/o Knecko, dass im weitesten Sinne nur 9 Personen zum Frühjahrstreffen gekommen waren. Schließlich ist er in der Vergangenheit durch große Teilnehmerzahlen verwöhnt worden, etwa, als er zur Besichtigung des früheren Kanzleramtes Palais Schaumburg oder zum Besuch der großen Moschee in Köln eingeladen hatte. Wer aber in diesem Jahr dem Ruf nach Schloss Morsbroich in „seinem“ Leverkusen gefolgt war, wird den überschaubaren Kreis besonders genossen haben. Wie etwa die Gattin unseres jüngst verstorbenen Bundesbruders Richard Baumann, die ihrer Freude über den lebhaften Austausch im kleinen Gothenkreis auch schriftlich Ausdruck verliehen hat, zugleich für ihre charmante Tochter Esther, die uns an jenem Nachmittag mehr war als „nur“ die Fahrerin der Mutter. Dass unser Treffen eine wirklich runde Sache war, zeigt sich schon in dem generationsübergreifenden Teilnehmerkreis. Er reichte von Jahrgang 1937plus bis 2017, dem Geburtsjahr von Markus kleinem Töchterlein Johanna.

Besonders passend, dann auch noch Bundesbrüder zu treffen, die man von der Aktivenzeit her kennt und jahrelang nicht gesehen hat, was in diesem Fall auf Udo Platte und Jan Müller-Goldkuhle zutraf. Udo, gelassen positiv wie eh und je, kam allein, da er vor einiger Zeit seine Frau verloren hat und nun ohne sie von seiner schönen Aussichtsterrasse aus über den Aa-See in der neuen Münsteraner Heimat hinweg schauen muss. Jan Müller-Goldkuhle stellte uns seine neue Frau Hildegard vor. Mit ihr hatte er durch glückliche Fügung als Witwer eine Witwe gefunden. Besonders glücklich schon deshalb, weil der CV dazu beigetragen hatte, war der verstorbene Mann E. Wirtz doch ebenfalls CVer und sogar beliebtes Mitglied unseres Zirkels in Sankt Augustin gewesen. Das Bild zeigt Jan, Hildegard, Markus (ohne seine beiden später nachgekommenen Damen), Margret, Esther, Udo und Christoph.
Wir hatten es also mit mehrfach engagierten CV-Familien zu tun, zumal im Hinblick auf Udo, der per Vater und Sohn gleich dreifach Gothia-lastig ist. Das Persönliche und die stolze Gothen-Historie standen denn auch im Mittelpunkt der Gespräche, auch und besonders dank der Damen Margret und Esther Baumann. Die Stichworte gab der Nachruf in der gerade erschienenen GOTHIA auf unseren um die Aufarbeitung der Verbindungsgeschichte besonders verdienten Bundesbruder Richard. Dank der Nachfrage Margrets nach der Beziehung Jans zu der bekannten Firma „Goldkuhle“ in Hösel konnte endlich auch die Ungewissheit darüber geklärt werden, ob der Name „Goldkuhle“ wirklich etwas mit Goldgrube zu tun hat. Jan bejahte die Verwandtschaft, verneinte aber jegliche Erbenrolle.

Auch ein kleiner Kreis bedarf natürlich der Organisation. Und eben die hatte Markus gut bedacht, beginnend mit der gedeckten Kaffeetafel im Herrensitz Schloss Morsbroich. Sehr idyllisch gelegen – und das in Leverkusen! Wir konnten die Räume genießen beim geführten Rundgang durch die mit Werken verschiedener Künstler bestückte Ausstellung über „Aufbrüche zu Reisen in unbekanntes Terrain“, abzulesen etwa an dem weiteren Bild (mit Jan, Hildegard, Udo, Christoph, Esther, Margret) der künstlerisch platzierten Kleidungsstücke unbekannter Reisender. Eingriffe einer Putzfrau nach dem Vorbild Beuys‘ blieben dem Arrangement zum Glück erspart. Abgerundet wurde das Ganze durch den anschließenden Genuss der Natur bei einem sonnigen Spaziergang durch den Schlosspark. Wie perfekt heutzutage neue Hüftgelenke auch nach kurzer Zeit schon funktionieren, konnte man dabei an dem munteren Udo bewundern. Die beiden Damen Baumann hatten währenddessen Gelegenheit, von der Parkbank aus den Blick über die Wiesen und wuchtigen Bäume schweifen zu lassen.

Zum Abschluss gab es einen stärkenden Abendimbiss an Ort und Stelle, wegen der anstehenden Autofahrten typischerweise ohne Alkohol! Zur Kurzweile trug dabei vor allem Johanna Karolina bei, das kleine Töchterlein, das zwischenzeitlich Mutter Bibiana mitgebracht hatte. Zum Ruhme von Vater Markus zitierten wir als die ältere Generation auf dem Wege zu den Autos perfekt aus der Glocke „und der Vater mit frohem (besser: stolzem) Blick…“, durchaus auch zu beziehen auf das so gelungene Gothentreffen.

Autor: Christoph Uleer

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