Gräbergang in verminderter Größe

Der Allerheiligentag ist jedes Jahr dem Gedenken der verstorbenen Bundesbrüder gewidmet: Nach der Feier der Messe besuchen wir das Gothengrab auf dem Würzburger Hauptfriedhof, das allen verstorbenen Bundesbrüdern zum Gedenken gewidmet ist, und ehren die auf dem Friedhof verstorbenen Gothen durch kurze erinnernde Worte und das Niederlegen von Kränzen. Im Anschluss schlagen wir in aller gebotenen Stille und Einfachheit die Trauerkneipe, mit der wir besonders die im vergangenen Jahr verstorbenen Bundesbrüder couleurstudentisch aus der irdischen Verbindung verabschieden.

Die Trauerkneipe mussten wir in diesem Jahr zum Zwecke des Infektionsschutzes absagen. Doch eines war klar: Solange es Bundesbrüder gibt, die den Gräbergang als symbolträchtigen Akt für die gesamte Verbindung übernehmen und so dem Geist der Bundesbrüderlichkeit Leben und Sichtbarkeit schenken können – ganz gleich, wie elaboriert dies im Einzelfall ausfällt –, wird der Gräbergang nicht ausfallen. Und so präparierten in kleinem Kreise fünf Bundesbrüder die notwendigen Kränze, besorgten die Unterlagen zu den Gräbern, und zogen – wegen der kleinen Gruppengröße etwas unorthodox mit Bollerwagen – zum Hauptfriedhof. Allen verstorbenen Bundesbrüdern sang man zu Beginn am Gothengrab das Bundeslied und besuchte dann die Gräber. Es war ein Gräbergang der etwas anderen Art, aber, da war man sich einig, vor allem aber: Es war gut und wichtig, dass auch in diesem Jahr das Gedenken nicht ausfiel. Schließlich würde sich ein jeder Gothe freuen, wenn auch an seinem Grab im November von Bundesbrüdern seiner gedacht wird, solange es irgendwie möglich ist.

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