Rheinisch-Westfälischer Gothenzirkel im Museum Schloss Morsbroich in Leverkusen

Am 22. April 2017 fand das Frühjahrstreffen des Rheinisch-Westfälischen Gothenzirkels rund um das Schloss Morsbroich im Leverkusener Stadtteil Alkenrath statt. Die Verkehrssituation machte es einigen Gothen nicht leicht, dieses schöne Ziel zu erreichen. Gegen 15 Uhr hatten sich 13 Personen eingefunden und wurden schon am Parkplatz von Bbr. Markus Knemeyer erwartet und abgeholt.

Das Schloss hatte eine wechselvolle Geschichte, war im 17. und 18. Jahrhundert Kommende des Deutschen Ordens und ist jetzt seit einigen Jahrzehnten Museum für moderne Kunst. Mit dem Eintrittspreis für das Museum war auch gleichzeitig der Preis für Kaffee und Kuchen mit inbegriffen; beides wurde dann im Empfangsraum des Museums in Ruhe eingenommen. Anschließend führte uns die Museumsführerin in eine besonders reizvolle Ausstellung des belgisch-flämischen Künstlers Hans op de Beeck. Man fühlte sich gleichsam entführt in eine Welt, in der sich Realität und Fiktion überlagern, in der die Zeit still zu stehen scheint. Op de Beeck nennt sie: „The silent castle.“

Wir kamen zunächst in einen Raum, der wie eine Lounge erscheint: Man sieht ein großes Sofa in grau umgeben von allen möglichen Utensilien, mitten drin hat sich ein Hund ausgebreitet. Und nun sieht man, dass alle Gegenstände einen grauen Schimmer ausstrahlen, und darunter verbirgt sich Gips, der, wie wir hören, Stoff für alle Kunstobjekte ist. In Gips geformte, lebensgroße Figuren begegnen uns, als wären sie wie selbstverständlich in den ehemaligen Wohnräumen des Schlosses zu Hause.

Plötzlich stehen wir vor einer kreisrunden Fläche aus dunkel getöntem Glas, die eine Wasserfläche vortäuschen soll, und darauf liegen ausgebreitet Seerosen und Blätter aus Gips geformt. In einem anderen Raum entdecken wir einen Konzertflügel, der zum größtem Teil durch einen 3D-Drucker nach Eingabe der Maße und Einzelheiten geformt und gedruckt wurde. Das Instrument ist grau und natürlich stumm, und wird nie auch nur einen Ton abgeben.

Aquarelle in schwarz-weiß und Grautönen hängen in ungewohnt großen Formaten an den Wänden. Viele Bilder hat der Künstler Op de Beeck mit technischen Tricks zu animierten Videos zusammengesetzt.

Noch beeindruckt von dieser beeindruckenden Ausstellung, schloss sich zwischen 17 und 18 Uhr ein Spaziergang durch den Schlosspark im englischen Landschaftsstil an. Neben angeregter Unterhaltung, ging unser Blick auch immer zu dem wunderbaren, alten Baumbestand.

Moderne, zukunftsträchtige Kunst eines genialen und außerordentlich aktiven jungen Künstlers, verbunden mit dem Erlebnis eines historisch und landschaftlich reizvollen Ortes, erfüllte die Gothenfamilie mit voller Zufriedenheit. Ein schmackhaftes Abendessen im benachbarten Schlossrestaurant rundete dieses gelungene Gothentreffen ab, das von Bbr. Markus Knemeyer wieder hervorragend organisiert und begleitet wurde.

Geschrieben von: Bbr. Dr. Harald Zoelzer

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