Glossar - couleurstudentisches WörterbuchDas deutsche
Studententum hat durch die Entwicklung einer eigenen Standessprache den deutschen
Sprachschatz außerordentlich bereichert. Kerndeutsche Wörter wurden
vielfach einem Bedeutungswandel unterworfen, in Vergessenheit geratene oder mundartliche
Wörter wurden in die Umgangssprache geholt. Es liegt nahe, dass junge Leute,
die sich mit dem Studium fremder Sprachen befasst hatten oder befassten und auf
ihre Sprachkenntnisse nicht wenig stolz waren, so oftmals fremdsprachige "Brocken" in
ihren Wortschatz aufnahmen. So ist die Zahl der von den deutschen Studenten in
das deutsche Sprachgut eingeschleusten Lehn- und Fremdwörter außerordentlich
groß. Lateinische, italienische, französische und griechische Ausdrücke
wurden als Fremd- oder zumeist als Lehnwörter dem deutschen Sprachgut einverleibt.
Hierbei sind die letztgenannten oftmals so sehr umgeformt worden, dass sie dem
ursprünglichen deutschen Sprachgut nicht nur ähnlich, sondern sogar
zum Verwechseln gleich geworden sind. Aus der großen Fülle der
Wörter, die von den deutschen Studenten in die sogenannte Burschensprache übernommen
bzw. von da in das allgemeine deutsche Sprachgut eingeführt wurden, seien
an dieser Stelle neben typischen couleurstudentischen Begriffen einige herausgegriffen: |
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| Aktivitas | Gemeinschaft der studierenden Mitglieder. Die Aktivitas prägt als tragende Säule der Verbindung deren Leben, Programm und äußeres Erscheinungsbild. Sie ist demokratisch aufgebaut (Convente) und wird durch die Chargierten geleitet. |
| Allgemeines Deutsches Kommersbuch | Auf Ernst Moritz Arndt zurückgehende Sammlung studentischen Liedgutes, die 1843 zum ersten Mal aufgelegt wurde und seitdem über 160 Auflagen erfahren hat. Das CV-Liederbuch stellt eine CV-spezifische Auswahl aus dem ADK dar. |
| alma mater | lat. "nährende Mutter", urspr. segenspendende altrömische Gottheit; seit der Frühneuzeit ehrende Bezeichnung für die Universität, die auf die quasi persönliche Beziehung zwischen Student und Hochschule hinweisen soll. |
| Alter Herr | Mitglied einer Studentenverbindung nach Abschluss des Studiums. Die Alten Herren tragen zum Verbindungsleben im Wesentlichen als fördernde und beratende Mitglieder bei und sorgen für die Kontinuität des Korporationsgedankens. |
| Band | Schmale Schärpe, ca. 28mm breit, in den Verbindungsfarben, wird als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu einer (farbentragenden) Verbindung getragen (über die rechte Schulter zur linken Hüfte. Bestandteil des Couleurs. Symbolisiert das Eintreten für die Prinzipien der Verbindung und das "Freundschaftsband", das alle Gleichgesinnten umschlingt. Füxe haben im Unterschied zu Burschen ein in der Regel nur zweifarbiges Band (zweistreifig). |
| Bierminik | humoristische Darbietung im inoffiziellen Teil einer Kneipe (z.B. witziges Gedicht, Episode etc.; seit 1830 üblich) |
| Biermusikus | auch Bierorgler, Klavierspieler oder Kapellmeister bei einem Kommers bzw. einer Kneipe. |
| Bierorgel | Klavier |
| Bierorgler | Klavierspieler |
| Blume | eigtl.: das Beste einer Sache; daher der Schaum auf einem frischen Glas Bier |
| Breiter Stein | Urspr. Bezeichnung für den Bürgersteig. Im 18. und 19. Jahrhundert nahmen die Burschen es als ihr natürliches Vorrecht in Anspruch, gegenüber Füxen und Bürgern den Vortritt zu haben. Zwischen den einzelnen Verbindungen gab es um die Frage, welcher Verbindung der Vortritt gebühre, oft Auseinandersetzungen. (vgl. die dritte Strophe des Liedes "O alte Burschenherrlichkeit...") |
| Bundesbruder | Anrede für ein anderes Mitglied der eigenen Verbindung |
| Bursch | Studierendes Mitglied der Verbindung |
| Burschenehren- wort |
Auf Conventen gehen alle Aussagen auf B. In vergangenen Jahrhunderten erhielten
die Studenten auf B. nahezu unbegrenzt Kredit. (vgl. CV-Bundeslied, 6. Strophe: "Euer
Burschenwort zum Pfande...") "Burschen heraus!" Alter Hilfe- und Kampfruf der Studenten, der jeden Studenten zur sofortigen Hilfeleistung verpflichtete. Hintergrund waren meist (tätliche) Auseinandersetzungen mit Bürgern oder Handwerkern, die den Elite-Anspruch der Studenten nicht akzeptierten. (vgl. hierzu auch das gleichnamige Lied) |
| Burschung | Feierliches Abschluss der Fuxenzeit und Treue-Schwur |
| cand. | Abkürzung für "Candidatus"/Kandidat, das heißt, der betreffende Akademiker hat die Zwischenprüfung/ das Vordiplom/ das Physikum erfolgreich abgelegt. |
| Cantus | lat. Lied, Bezeichnung für die auf einer Kneipe gesungenen Lieder |
| Charge | frz. la charge, Last, Amt, Ehrenstelle. Bezeichnung für die Führungsämter einer Verbindung (Senior/ Erstchargierter, Consenior/ Zweitchargierter, Schriftführer/ Drittchargierter/ Scriptor/ Sekretär und Kassier/ Quästor) Der Fuxmajor ist keine C., sondern ein Amt, ebenso bei Gothia der Kassenwart. |
| Chargenkabinett | Gesamtheit der Chargen und Ämter einer Verbindung |
| Chargenzeichen | Ursprünglich Geheimzeichen zur Kennzeichnung der Chargen (Senior = X, Consenior = XX, Schriftführer = XXX, Kassier = XXXX). Heute führt die aktive Charge das C. hinter Namen und Zirkel als Amtsbezeichnung, dechargierte Chargen dürfen ihre C. nach dem Ende ihrer Amtszeit klammern, wobei jede Charge gemäß der zeitlichen Reihenfolge einzeln zu klammern ist. Analoges gilt für den Fuxmajor (FM), bei Gothia führt auch der Kassenwart ein eigenes C.: (KW). |
Chargierter |
Offizieller Vertreter einer Verbindung in Vollwichs bei einer anderen Verbindung (i.d.R. bei einem Kommers). |
| Cerevis | siehe Wichs |
| Consenior | Logistik-Verantwortlicher, Manager |
| Convent | Mitgliederversammlung |
| Couleur | Aus Band und Mütze bestehendes Erkennungszeichen |
| CV | Cartellverband |
| Dechargierung | Entlastung einer Charge / (eines Amtes) am Ende ihrer Amtszeit durch den Convent. |
| Dimissio | Entlassung eines Verbindungsmitgliedes aus dem Bundesverhältnis. Man unterscheidet dim.a.t. (= ad tempus, d.h. auf Zeit), dim.i.p. (= in perpetuum, d.h. für immer) und dim.c.i. (= cum infamia, d.h. mit Schande); letzteres meint den nicht mehr wieder gut zu machenden Bruch des Bundesverhältnisses unter Ausschluss der Wiederaufnahmemöglichkeit. |
| Drachenfels | Scherzhafte Bezeichnung für die abgesonderten (Balkon, Empore) Damenplätze bei einem Kommers; heute nur noch bei wenigen Verbindungen üblich. |
| Duzcomment | Besonderheit der katholischen Korporationsverbände, v.a. des CV; bedeutet, dass alle Verbandsangehörigen einander duzen ohne Unterschied von Alter und Status. Noch heute gilt bei den schlagenden Verbindungen der D. häufig nur für die Bundes- /Corpsbrüder. |
| Ehrenband | Mit einem Spruch (bei Gothia "bene merenti") besticktes Band, das eine Verbindung einem besonders verdienten Mitglied verleiht und welches quer zum Burschenband getragen wird (bei schlagenden Verbindungen eher unüblich). |
| Ehrengericht | Instanz einer Verbindung, die Streitigkeiten zwischen Mitgliedern schlichten soll und auf Antrag des BC Verstöße gegen die Verbindungsgrundsätze untersucht und vorbehandelt. |
| Ehrenstrafen | von BC oder Ehrengericht zu verhängende Sanktionsmaßnahmen |
| Fax | früher auch Spund. Hausmeister einer Verbindung. Bis 1935 trugen die F.e häufig eine Livrée in den Farben ihrer Verbindung; letztes Überbleibsel hiervon ist die heute noch übliche Faxenmütze. |
| Finken | auch Kamele, Wilde, Nachtstühle. Heute ungebräuchliche Bezeichnungen für die nichtkorporierten Studenten. Vor 1935 waren die F. in der sogenannten Deutschen Finkenschaft (grüne Kopfcouleur) zusammengeschlossen, um ihre Interessen gegenüber der Übermacht der Korporationen besser vertreten zu können. |
| Flaus | pekeschenähnliche Jacke, die vor 1935 stets von den Füxen getragen wurde. Der F. ersetzt bei Kneipen und Kommersen das dunkle Sakko, wenn darunter ein Oberhemd mit Krawatte getragen wird. In Österreich wird die Pekesche als F. bezeichnet. Der Bierflaus hat wie die Pekesche einen Stehkragen, die Kneipjacke hat dagegen ein Revers. |
| Fux | auch Fuchs (was jedoch auf eine Volksethymologie zurückgeht; mit dem gleichnamigen Tier hat die Bezeichnung nichts zu tun). Im 15. Jahrhundert entstandene Bezeichnung für die Studenten im ersten und zweiten Semester, die ethymologisch auf lat. "faex" = Hefe, Abschaum zurückgeht, welche pejorativen Charakter hatte und ein bezeichnendes Licht auf die Hackordnung innerhalb der frühneuzeitlichen Studentenschaft wirft. Die Erstsemester wurden auch als Krassfüxe, die Zweitsemester als Brandfüxe bezeichnet; ein Name, der mit der Fuxenbrand(er)ung zusammenhängt, bei der sich die Krassfüxe einem teilweise entwürdigenden Initiationsritus unterziehen mussten . Ein Überbleibsel davon ist die Brand(er)ungskneipe, die von manchen Verbindungen noch geschlagen wird. Bei einigen Corps heißen die Füxe Renoncen. |
| Fuxmajor (FM) | auch Fuxenerzieher. I.d.R. älterer Bursche, dem die Werbung neuer Mitglieder obliegt und der für die Erziehung der Füxe im Geiste der Verbindungsprinzipien verantwortlich ist. Ursprünglich war der F. der Fux, der die erste Mensur des Semesters geschlagen hatte. |
| Fuxenstall | Gemeinschaft der Füxe |
| Gemäß | auch Kanne. Bezeichnung für ein Trinkgefäß |
| h.c.t. | Abkürzung für "hora cum tempore", das heißt, eine Veranstaltung beginnt eine Viertelstunde später als angegeben. |
| Hundert-Semester-Band | besticktes Burschenband, welches anlässlich der 50jährigen Zugehörigkeit zur Verbindung verliehen wird und das zusätzlich zum Burschenband getragen wird. |
| ICC | Intercorporativer Convent |
| Inaktiver | studierendes Mitglied der Aktivitas, das aus studiertechnischen Gründen (Prüfungen, Diplomarbeit, etc.) oder Wechsel des Studierortes von verschiedenen Verpflichtungen befreit ist. |
| Karzer | Universitätsarrest bzw. -gefängnis; noch bis in die sechziger Jahre besaßen die Universitäten Reste ihrer früheren akademischen Gerichtsbarkeit, d.h. Studenten wurden wegen geringfügiger Vergehen nicht zivilrechtlich, sondern intern belangt und galten somit auch nicht als vorbestraft. Der K. war hierbei die häufigste Sanktion, wobei im korporationsstudentischen Milieu Verurteilungen nahezu als Auszeichnung galten. |
| keilen | neue Mitglieder für die Verbindung werben. |
| Kneipe | aus der Bedeutung "Wirtshaus", wo die Verbindungen sogenannte Constanten (d.h. einen Raum als Anlaufpunkt und Ort für Feiern) mieteten, entwickelte sich der Terminus "Verbindungskneipe" oder "Kneiplokal". Hiervon leitet sich die Bedeutung ab, nämlich "ritualisierte Form des Trinkens verbunden mit Gesang, Reden und humoristischen Einlagen, die nach strengen Regeln (Comment) abläuft. |
| Komment, Comment | Benimmregeln für den Umgang untereinander. |
| Kommers | feierlichste Form der studentischen Kneipe, bei der i.d.R. chargiert wird. |
| Kommersbuch | s. Allgemeines Deutsches Kommersbuch. |
| Korporation | Oberbegriff für alle Arten studentischer Verbindungen. |
| Landesvater | ursprünglich ritualisierte Form der Huldigung an den Landesherrn im Rahmen einer Kneipe oder eines Kommerses; heute steht im Mittelpunkt das Bekenntnis zum Vaterland und die symbolische Erneuerung des Burscheneides durch Aufspießen der Mützen auf einen Schläger. Dies geschieht zum Cantus "Alles schweige..." (vgl. Allgemeines Deutsches Kommersbuch). Im deutschen CV ist der L. nicht allgemein verbreitet. |
| Leibbursch, Leibfux | in der Regel wählt sich ein Fux einen Burschen, mit dem er besonders gut befreundet ist, der ihn dann in Verbindungsangelegenheiten berät. Hieraus entwickeln sich dann ganze "Bierfamilien". |
| Major Domus | Zuständiger für alle Hausangelegenheiten (z.B. Theke). |
| Mensur | von lat. mensura, das Messen (des Abstandes zwischen den Fechtern). Ritualisierte Form des Zweikampfes unter Akademikern mit scharfen Waffen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts die bis dahin üblichen Duelle alten Stils ablöste. Die schlagenden Verbindungen sehen in der sogenannten Bestimmungsmensur ein wichtiges Element der Charakterbildung und verlangen von ihren Mitgliedern eine bestimmte Anzahl von Pflichtmensuren. Aktive Chargen schlagen zusätzlich Chargenpartien. |
| Panier | auch Banner. Urspr. die Heerfahne, die mit dem Wappen bzw. den Farben des jeweiligen Ritters geschmückt war, bezeichnet es heute das Verbindungswappen bzw. die Verbindung an sich. Der Spruch "Gothia sei's Panier!" meint demnach: Wir tragen unsere Farben gleich einer Heerfahne vor uns her. Gleiches drückt das CV-Bundeslied aus, wenn es in der2. Strophe heißt: "Uns`re Farben, die wir tragen, schmücken uns`rer Ehre Schild...". |
| Pekesche | polnisch bekiesza, Pelz. Zur Wichs einer Verbindung gehörende Jacke mit Querlitzenbesatz und Knebelverschlüssen, die oft in den Farben der Mütze gehalten ist, während die Kordeln der Verschlüsse und des Besatzes die Farben der Verbindung aufweisen. Entlehnt ist diese Tracht der Uniform der Freiheitskämpfer des polnischen Aufstandes von 1830, der damals in der burschenschaftlichen Bewegung Deutschlands eine Welle der Sympathie für die Polen und die Hoffnung auf eine freiheitliche Entwicklung auch in Deutschland auslöste. Die P. löste die bis dahin getragene "Altdeutsche Tracht" ab. |
| Pennalismus | auch Vexation oder Deposition genannt. Bezeichnung für den mit schikanöser Behandlung an den Hochschulen einhergehende Initiationsritus der Erstsemester vom 14. bis 17. Jhdt. als offizieller Universitätsakt (= Deposition). In den von der Universität unabhängigen Landsmannschaften hieß die Behandlung der Neulinge P., so genannt nach dem "Pennaljahr" (vergleichbar mit der Fuxenzeit), welches sie absolvieren mussten und in dem sie zu den älteren Studenten in einem Abhängigkeitsverhältnis standen. Höhepunkt des P. war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. An angelsächsischen Schulen und Universitäten heute noch als 'fagging' verbreitet; in Frankreich heißt es 'bizutage'. |
| Philister | abgeleitet vom altorientalischen Volksstamm der Philister, nahm P. seit dem 17. Jahrhundert die pejorative Bedeutung "Nichtakademiker" bzw. "Spießer" an. Seit dem 19. Jahrhundert wandelt sich die Bezeichnung dann ins Positive und wird synonym mit dem Begriff "Alter Herr". Die alte Bedeutung von P. scheint noch durch in dem Lied "Burschen heraus": "gegen Zopf und Philisterei". |
| plenis coloribus | lat.: mit vollen Farben, d.h. in Vollcouleur. |
| Räubercouleur | ursprünglich pejorative Bezeichnung für nichtcouleurfähige Bekleidung; heute meint der Begriff eine saloppe Kleidung, die dennoch mit dem Couleurtragen vereinbar ist. |
| Rapier | urspr. spezielle Schlägerform, heute Synonym fär Schläger. |
| Reception | lat. recipere, aufnehmen. Feierliche Aufnahme in eine Verbindung. Während bei den meisten Korporationsverbänden R. die Aufnahme als Fux bedeutet, heißt diese bei den Corps Akzeption oder Admission, während die R. unserer Burschung entspricht. |
| Salamander | höchste Form studentischer Ehrenbezeugung auf Kneipen und Kommersen. |
| Schmiss | die auf einer Mensur erhaltene Wunde, bzw. die zurückbleibende Narbe. |
| Schmollis | urspr. Zutrunk, mit dem zwei Korporierte einander das "Du" anbieten. Im CV ist wegen des Duz-Comments diese Funktion des S. weitgehend obsolet geworden, weshalb er als besonders ehrenvolle Form des Zutrinkens betrachtet wird. Der Geehrte erwidert: "Fiducit!" Bei der Reception eines neuen Mitgliedes entbietet der Senior dem Fux das "allgemeine Schmollis des aktiven CV", wodurch der Duz-Comment wirksam wird. |
| Senior (X) | für ein Semester gewählter "Chef" vom Ganzen (Vorsitzender der Chargen). |
| Stiftungsfest | jährliche stattfindene "Geburtstagsfeier" der Verbindung. |
| s.t. | Abkürzung für "sine tempore", das heißt, eine Veranstaltung beginnt pünktlich zur angegebenen Zeit. |
| Tempus utile! | Formel, mit der man auf Kneipen oder auf Conventen die Genehmigung erbittet, den Raum kurzfristig verlassen zu dürfen. |
| Verbum peto | Formel, mit der ein Kneipteilnehmer beim Präsidium ums Wort bittet. Dieses wird durch "Habeas!" gewährt bzw. durch "Non habeas!" verweigert. |
| Vorort | Bezeichnung für die geschäftsführende Verbindung bzw. den Ortsverband eines Korporationsverbandes. |
| Vulgo | andere Bezeichnung für Biername; schreibt man den v. hinter den bürgerlichen Namen, so setzt man dazwischen "v/o" bzw. "v.". |
| Waffenring | Zusammenschluss mehrerer oder aller schlagenden Verbindungen eines Hochschulortes, der für den örtlichen Fechtcomment und die Vereinbarung der Partien zuständig ist. |
| Waffenschutz | fakultativ schlagende Verbindungen, die keine eigenen Waffen besitzen, begeben sich meist in den W. einer schlagenden Verbindung, die dann gegebenenfalls anfallende Partien übernimmt. |
| Wichs | ursprünglich Festkleidung der Studenten, die heute nur noch bei Kneipen und Kommersen Verwendung findet. Die heutige Form der Wichs entstand um 1830, als die Studenten aus Sympathie für den polnischen Freiheitskampf gegen Russland die polnische Ulanenuniform übernahmen; sie ersetzte die auf die Urburschenschaft zurückgehende sogenannte "altdeutsche Tracht". |
| X | Senior |
| XX | Consenior |
| XXX | Schriftführer |
| XXXX | Kassier |
| Zipfel | ursprünglich an der Taschenuhr getragenes Anhängsel in Verbindungsfarben. Man unterscheidet nach der Größe Bier-, Wein-, Sekt- und Schnapszipfel. Der Tausch von Z.n soll ein besonders freundschaftliches Verhältnis dokumentieren oder an ein gemeinsames Erlebnis erinnern. Heute trägt man die Z. am Gürtel. |
| Zirkel | ursprünglich verschlüsselte Abkürzung für "Vivant fratres coniuncti!" oder "Vivat circulus fratrum [Gothorum]!", später meist gedeutet als "Vivat, Crescat, Floreat [Gothia]!" Der Z. symbolisiert die Zugehörigkeit zur Verbindung, das Ausrufezeichen zeigt das Bestehen einer Aktivitas an; er wird hinter den Namen bzw. Biernamen gesetzt. |